Ich schwebe wie…

1888

Ich schwebe wie…

Ich schwebe wie aud Engelsschwingen,
Die Erde kaum berührt mein Fuß,
In meinen Ohren hör‘ ich’s klingen
Wie der Geliebten Scheidegruß.
Das tönt so lieblich, mild und leise,
Das spricht so zage, zart und rein,
Leicht lullt die nachgeklung’ne Weise
In wonneschweren Traum mich ein.

Mein Himmel lebt in meinem Busen,
Der droben ist mir Hekuba,
Im Herzen wohnen meine Musen
Und nimmer in Olympia.
Mein schimmernd Aug‘ – indeß mich füllen
Die süßesten der Melodien, –
Sieht ohne Falten, ohne Hüllen
Mein lächelnd Lieb vorüberziehn.

1890

Ich schwebe wie…

Ich schwebe wie aud Engelsschwingen,
Die Erde kaum berührt mein Fuß,
In meinen Ohren hör‘ ich’s klingen
Wie der Geliebten Scheidegruß.
Das tönt so lieblich, mild und leise,
Das spricht so zage, zart und rein,
Leicht lullt die nachgeklung’ne Weise
In wonneschweren Traum mich ein.

Mein Himmel lebt in meinem Busen,
Der droben ist mir Hekuba,
Im Herzen wohnen meine Musen
Und nimmer in Olympia.
Mein schimmernd Aug‘ – indeß mich füllen
Die süßesten der Melodien, –
Sieht ohne Falten, ohne Hüllen
Mein lächelnd Lieb vorüberziehn.

1906

Traumesschweben

Ich schwebe wie aud Engelsschwingen,
Die Erde kaum berührt mein Fuss,
In meinen Ohren hör‘ ich’s klingen
Wie der Geliebten Scheidegruss.

Das tönt so lieblich, mild und leise,
Das spricht so zage, zart und rein,
Leicht lullt die nachgeklung’ne Weise
In wonneschweren Traum mich ein.

Mein schimmernd Aug‘ – indes mich füllen
Die süssesten der Melodien, –
Sieht ohne Falten, ohne Hüllen
Mein lächelnd Lieb vorüberziehn.

Amselrufe. Neue Strophen, Zürich 1888, S. 98-99. Online
Amselrufe, Zürich 1890, S. 93-94. Online
Mein Lied, Berlin 1906, S. 35.